Du bist Beigeordneter der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden. Was machst du genau?
Mein Geschäftsbereich ist der Brand- und Katastrophenschutz. Als politischer Vertreter bin ich vor allem für 16 Ortsfeuerwehren zuständig. Für das operative Geschäft sind natürlich die Wehrleitungen verantwortlich.
Dazu kommt die Vertretung der Bürgermeisterin?
Natürlich. Ich bin die ständige Vertretung der Bürgermeisterin, so nennt sich das offiziell. Wenn die Bürgermeisterin verhindert ist, übernehme ich ihre Aufgaben.
Und du bist außerdem Gemeindeverbandsvorsitzender der CDU!
Ich bin gleichzeitig Gemeindeverbandsvorsitzender der CDU Kirchheimbolanden. Das mache ich schon länger, so seit 5 oder 6 Jahren. Mein Vorgänger musste damals aus beruflichen Gründen abgeben. Damals musste eine Lösung gefunden werden. Gemeinsam mit Joachim Ditté, leider inzwischen verstorben und damals Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden, haben wir uns in einem Vier-Augen-Gespräch darauf geeinigt: Ich übernehme den Gemeindeverbandsvorsitz, und er wird Beigeordneter.
Und wie bist du zu diesen Aufgaben gekommen?
Zunächst bin ich über die CDU-Liste in den Verbandsgemeinderat gekommen. Das war damals eher über Umwege. Hans Leverkus wurde Beigeordneter, andere haben ihr Mandat nicht angenommen. Der Bürgermeister von Stetten hat gesagt: Einen Sitz im Verbandsgemeinderat brauche ich nicht zusätzlich. So bin ich nachgerückt.
Und wie das eben ist: Wenn man lange dabei ist und sich engagiert – und Engagement ist aus meiner Sicht ganz entscheidend –, dann rutscht man auf den Listen nach oben, erzielt gute Ergebnisse und wird zu einer festen Größe im Rat. Irgendwann kommt dann die Frage: Kannst du dir vorstellen, Beigeordneter zu werden? Hast du die Zeit dafür?
Was machst du außer Politik noch?
Ich bin selbstständig und betreibe zwei EDEKA-Märkte.
Außerdem bin ich Mitglied im Verwaltungsrat der katholischen Kirche. In vielen anderen Vereinen bin ich ebenfalls aktiv, habe mich dort aber weitgehend aus den Vorständen zurückgezogen. In vielen Vereinen bin ich nur noch Kassenprüfer. Das bedeutet überschaubaren Aufwand – ein oder zwei Termine im Jahr. Irgendwann habe ich mir die Frage gestellt: Was willst du dauerhaft weitermachen? Zwei Dinge waren mir dabei besonders wichtig: die Politik in der CDU und mein Engagement in der Kirche als Verwaltungsratsmitglied und Mitglied des Gemeindeausschusses.
Wird das nicht schnell zu viel?
Deshalb habe ich anderes aufgegeben. Ich war Jugendtrainer, Schriftführer in mehreren Sportvereinen, zehn Jahre lang im Vorstand tätig. Ich war 15 Jahre Vorsitzender des Gewerbevereins Albisheim. Das habe ich alles beendet, weil ich gemerkt habe: Ich schaffe nicht alles. Viele glauben mir das nicht – vor allem meine Familie und enge Freunde nicht –, aber ich habe tatsächlich schon vieles reduziert.
Bleibt da Zeit für Hobbys?
Ich spiele immer noch mindestens einmal pro Woche Fußball bei den Alten Herren, auch wenn man mir das vielleicht nicht unbedingt ansieht.
Und warum bist Du zur CDU gegangen?
Weil ich mich mit ihren Grundwerten identifiziere und das bis heute tue. Ich bin in einem christlich-katholischen Elternhaus aufgewachsen. Wir waren selbstständig, keine Arbeiterfamilie. Die Werte, die mich geprägt haben und die ich damals mit der CDU verbunden habe, waren Verantwortung, Eigeninitiative und die Bedeutung von Selbstständigen und Unternehmern. Dazu kamen persönliche Kontakte. Es gab Menschen in der Partei, die ich sehr geschätzt habe – einige leben leider nicht mehr. Sie haben mich ermutigt, mich zu engagieren und mitzumachen. So bin ich schließlich zur CDU gekommen.
Dieses Interview hat Frank Burgdörfer am 19. Juni 2026 mit Franz Röß im Café seines Edeka-Marktes in Kirchheinbolanden geführt.

