Warum bist du Mitglied der CDU?
Für die CDU habe ich mich vor allem entschieden aufgrund der Werte, die sie ausstrahlt oder zumindest ausstrahlen wollte, wenn ich es jetzt mal so sagen darf. Das heißt, wir hatten einen ganz starken Punkt auf Migration, auf Sicherheit, auf konservative Werte, Familie, Rückhalt und der Gesellschaft etwas zurückgeben. Wir CDUler sind Leute, die etwas angepackt haben und so sollte die CDU sein. Deshalb habe ich mich für die CDU entschieden.
Ist dir die CDU zurzeit nicht konservativ genug?
Die CDU in Rheinland-Pfalz, würde ich sagen, ist mir konservativ genug. Im Bund habe ich manchmal das Gefühl, als würden wir uns von der SPD treiben lassen. Wenn ich jetzt wieder ganz aktuell eine Zuckersteuer sehe: Ich weiß nicht, warum man überhaupt auf die Idee kommt, da darf man als CDU der SPD nicht nachgeben. Ich bin kein Freund der Zuckersteuer und erst recht nicht bei zuckerfreien Produkten. Bei so etwas reagieren wir viel zu wenig, da sind die Medien lauter als wir. Zum Glück ist der CSU-Landwirtschaftsminister aktiv geworden.
Das ist interessant, weil in Rheinland-Pfalz ja durchaus einige den Koalitionsvertrag auch schon zu großzügig gegenüber der SPD empfunden haben.
Kann man so behaupten, aber die aktuelle Politik, die gemacht wird, würde ich sagen, geht doch in eine ganz andere Richtung. Man merkt ja erst mal den Unterschied, wenn keine CDU da war. Wie lange haben wir nicht regiert? 20, 25 Jahre lang?
35.
Dann merkt man erst mal, dass jetzt überhaupt mal angefangen wird, Straßenausbaubeiträge endlich abzubauen oder die verpflichtenden Tests in Kitas vor einer Einschulung. Das geht alles in eine Richtung, wo man auch sagen kann: Man spürt etwas Konservativeres.
Wie wurdest Du Vorsitzender der Jungen Union?
Ich bin Parteimitglied geworden und als Jugendlicher will man natürlich am liebsten auch in eine Jugendpartei, Gleichgesinnte treffen. Nun war die Situation im Donnersbergkreis: Man kommt an und nichts ist los. Aber ich kenne ja einen, der in der JU aktiv ist, nämlich den Bezirksvorsitzenden. Und dann sind wir daran gegangen, die JU am Donnersberg wiederzubeleben, als starke konservative junge Kraft.
Wie läuft es bisher?
Es geht voran, wenn auch schleppend. Aber man darf jetzt natürlich keine Riesensprünge erwarten. Wir haben jetzt insgesamt fünf neue Mitglieder seit der Wiedergründung gewonnen. Wir sind nicht mehr die kleinste Jugendorganisation innerhalb der JU in Rheinland-Pfalz. Das heißt, es geht voran, und so kann es ja auch weitergehen. Alle Anfänge sind schwer. Ich glaube, es wird schwer bleiben, aber man kann zu einem richtigen Erfolg gelangen.
Wie geht das jetzt weiter?
Wir brauchen viele Mitglieder, um überhaupt was zu bewirken. Wir wollen in der Partei aktiv werden und junge Interessen durchsetzen. Das heißt, da müssten ein paar Mitglieder sein, die auch anwesend sind, sonst sind zu viele Ältere da, und wir können unsere Interessen nicht durchsetzen. Also machen wir jetzt erst mal Mitgliederwerbung. Wir wollen Menschen binden, die zu Veranstaltungen der JU gehen. Damit sie dann auch in der CDU loslegen.
Wie willst Du mehr Leute gewinnen, wie sieht deine Werbung aus?
Zunächst sind wir sehr offen. Also das ist ja auch etwas, was an der CDU bemerkenswert ist. Hier sagen wir keinem, was er denken soll, bei uns gibt es keinen Ideologismus. Es gibt linkere CDUler, es gibt rechtere CDUler. Man kann mit jeder Ansicht zu uns kommen, wenn man sich bei uns richtig fühlt.
Bei uns können sich Jugendliche austauschen. In der Schule zum Beispiel, da redet man ja vielleicht nicht so viel über Politik. Und dann kommen sie zu uns, können drüber reden. Und was bei uns jetzt auch noch gute Werbung ist, zur Jungen Union zu kommen, würde ich schon fast sagen, sind die Getränke aufs Haus. Gibt’s nicht immer, aber die letzten paar Male haben wir immer die Getränke bei uns spendiert für unsere Jugendlichen, die ankommen.
Macht mir aber aus denen keine Alkoholiker! Und ihr habt hoffentlich keine zuckerhaltigen Getränke ausgeschenkt (lacht).
Doch, doch. Skandalös! Das können wir ja auch nicht mehr lang, wenn es so weitergeh (lach auch).
Es geht also voran mit der Jungen Union. Und ihr macht das ja erst seit einem knappen Jahr. Aus deiner Sicht gibt es Bewegung, es geht langsam vorwärts und du bist ganz optimistisch.
Wir sind vorhanden. Das ist mehr als davor.
Frank Burgdörfer hat Hagen Lommel am 27. August über Zoom interviewt. Hagen studiert in Mainz und beide haben es nicht geschafft, gleichzeitig im Donnersbergkreis zu sein.

